Der herbstliche Garten, eine poetische Abschiedssymphonie

Garten | Foto: Karin Bergmann
Im Herbst vereinen sich die Farben der Natur zu einem Höhenflug. Lebendiges Beispiel: der prachtvolle Garten von Renate Polz in der Südsteiermark.
Garten | Foto: Karin Bergmann

Foto: Karin Bergmann

„Es kommt mir manchmal vor, als würde im nächsten Augenblick ein impressionistischer Maler seine Staffelei hier aufstellen.“ Wenn Renate Polz über ihren Garten spricht, leuchten die Augen der Südsteirerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Walter legte sie 1989 den ersten Weingarten auf der großen Lage Obegg an. Doch das sollte erst der Anfang sein.

Am Hochgrassnitzberg kaufen die beiden ein altes Bauernhaus und renovieren es liebevoll. Rund um das Anwesen beginnt Renate Polz, einen Garten anzulegen. Die Leidenschaft für alte Rosen und historische Pflanzen wächst von Jahr zu Jahr – und mit ihr der Garten.

Garten | Foto: Karin Bergmann

Knorrige alte Olivenbäume inmitten herbstlicher Blütenpracht und duftender Kräuter. Foto: Karin Bergmann

„Vor ein paar Jahren legte ich eine Zypressenallee an und pflanzte an ihren Rändern Lavendel. Dafür musste mein Mann mehr als 1000 Rebstöcke vom Weingarten opfern. Es bedurfte einiger Überredungskunst, um ihn davon zu überzeugen“, lacht Renate Polz.

Doch mittlerweile sind Garten und Weingarten zu einer sich gegenseitig befruchtenden Einheit geworden. Die historischen Rosen, Sträucher und die Rebstöcke der Riede beziehen ihre Kraft aus dem gehaltvollen Terroir des Weinbergs.

Garten | Foto: Karin Bergmann

Foto: Karin Bergmann

Den Herbst liebt Renate Polz ganz besonders: „Jetzt feiert die Natur ihren ganz großen Auftritt. Wenn die Septembersonne mit rot glühenden Nebelschwaden über dem Tal aufsteigt und die wie Inseln daraus hervorragenden Weinberge umhüllt, erinnert mich das an die Sage von Avalon“, erzählt sie.

Und schwärmt davon, wie die Sonne die letzten blühenden Rosen, nun voll entflammten Dahlien, bunten Zinnienbänder, strahlenden Sonnenblumen und romantischen Hortensien zum Leuchten bringt.

Garten | Foto: Karin Bergmann

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Und davon, wie sich an den Bäumen das Laub verfärbt – die Birken leuchten, die Buchen kleiden sich in Gelb, Orange bis Rostbraun und der Ahorn glüht in sattem Gelb. „Es kommt mir vor wie eine ungeheuer poetische Abschiedsymphonie.“

Viele ihrer Gäste bemerken die besondere Magie und die Kraft dieses Platzes und finden hier einen Ort der Kontemplation. Zu jeder Jahreszeit führt sie daher auch mit Freude Gruppen durch ihr kleines Paradies. Im Hofladen im alten Gewölbekeller finden die Besucher Produkte aus dem Garten.

 

 

CLAUDIA PILLER-KORNHERR

Beitragsbild: Karin Bergmann