Kabarettspaziergänge durch Graz zum 20-Jahre-Jubiläum

Kabarett | Foto: Kranich17 auf Pixabay
Den 20. Geburtstag feiert das Österreichische Kabarettarchiv mit Rundgängen durch die Stadt Graz. Die Kabarettspaziergänge stöbern Kabarettgeschichte auf.

Neben neuen Publikationen anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums (z. B. Karl Farkas und die Zeit zwischen den Kriegen) sowie der Online-Reihe GESAMTkabarettWERK werden auch noch im September Kabarettspaziergänge durch Graz stattfinden. Auf drei verschiedenen Routen werden neben den Orten der Grazer Kabarettgeschichte auch die Protagonisten des Genres und die Entwicklung der Kleinkunst-Form durch die Jahrzehnte vermittelt.

Das Kabarett der frühen Jahre

Vom Orpheum über das Roseggerhaus zu den Schauplätzen des politischen Kabaretts: Während im Orpheum schon in der Zwischenkriegszeit Varieté und Gastspiele Wiener Kabarettgruppen oder Solisten wie Fritz Grünbaum stattfanden, war „Der Igel“ im Roseggerhaus in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg für einige Jahre legendärer Mittelpunkt der Grazer Kleinkunst. Spielten dort nachmalige Stars wie Fritz Muliar, Sepp Trummer, Ewald Autengruber oder Henriette Ahlsen stand bei den Arbeiter-Kabaretts der 1930er-Jahre politische Agitation im Vordergrund.
Der Spaziergang widmet sich diesen verschiedenen Traditionen des Kabaretts – dazu wird ein Blick auf das Radiokabarett der 1950er sowie das erste Grazer Kleinkunstveranstaltungslokal „Feinkunstwerk & Tingeltangel“ geworfen, in dem in den frühen 1980er-Jahren der WAWA-Aktionismus für Aufsehen sorgte.

Die Brettl’n für den Nachwuchs

Von der „Leechburg“ über das Girardihaus ins Theatercafé: In der Leechgasse befinden sich mit dem „Studentenbrettl“ des Grazer Hochschulstudios und der einige Häuser entfernten, im Keller des Katholischen Studentenhauses gelegenen, Kreativwerkstatt „Leechburg“ gleich zwei maßgebliche Orte aus der Geschichte des Grazer Kabaretts. Nach einem Zwischenstopp im Österreichischen Kabarettarchiv in der Elisabethstraße geht es in die Leonhardstraße zum Girardihaus, in dem nicht nur der große Volksschauspieler Alexander Girardi geboren wurde, sondern auch Lore Krainer ihr Lokal führte, und das Gothenhaus, Gründungsort des Studentenkabaretts „Der Würfel“ (um Kuno Knöbl, Dieter Gogg, Peter Orthofer), der in Wien eine steile Karriere machen sollte.
Abschließende Station dieses Spaziergangs ist das Theatercafé mitsamt der Kleinkunstbühne „Hin & Wider“, die sich nun schon seit Jahrzehnten zum ersten Auftrittsort vieler mittlerweile überregional bekannter Kabarettist*innen entwickelt hat.

Alle Häuser werden Bühne

Vom Forum Stadtpark über das Schauspielhaus ins Casineum: Der Spaziergang widmet sich verschiedenen bekannten Orten in der Grazer Innenstadt. Er startet im Forum Stadtpark, in dem vor allem in den Anfangsjahren auch gesellschaftskritisches Kabarett – samt dazugehörendem Skandal – gespielt wurde. Das Schauspielhaus stand Gastspielen wie Eigenproduktionen offen und die Galerie Moser, gegenüber der stadtbekannten Buchhandlung, war in den 1980er-Jahren Schauplatz von Kabarett-Abenden mit Grazer Größen um Gerda Klimek, Ewald Autengruber und Sepp Trummer. Die Route endet an der Ecke Landhausgasse/Sparkassenplatz, wo auf der einen Seite im Stefaniensaal Größen wie der Klavierhumorist Hermann Leopoldi das Publikum über Jahre begeisterten, und sich um die Ecke das Casineum in jüngerer Vergangenheit als beliebter Spielort bekannter Kabarettgruppen und Solisten etabliert hat.

 

Termine im September:

 

17. September, 17 Uhr: „Alle Häuser werden Bühne“ / Treffpunkt: Forum Stadtpark

18. September, 17 Uhr: „Das Kabarett der frühen Jahre“ / Treffpunkt: Orpheum, Orpheumgasse 8

19. September, 11 Uhr: „Die Brettl’n für den Nachwuchs“ / Treffpunkt: Quartier Leech, Leechgasse 24

 

24. September, 17 Uhr: „Die Brettl’n für den Nachwuchs“ / Treffpunkt: Quartier Leech, Leechgasse 24

25. September, 17 Uhr: „Alle Häuser werden Bühne“ / Treffpunkt: Forum Stadtpark

26. September, 11 Uhr: „Das Kabarett der frühen Jahre“ / Treffpunkt: Orpheum, Orpheumgasse 8

 

INFO

Alle Veranstaltungen werden nach den zu diesem Zeitpunkt gültigen Covid-19-Regeln durchgeführt. Die Besucher/innen können dem Vortrag durch Headsets folgen.

Dauer eines Spazierganges: rund 90 Minuten

Kosten: Spenden erbeten!

Voranmeldung per E-Mail: kabarettarchiv@aon.at

Kabarettarchiv.at

 

 

Beitragsbild: Kranich17 auf Pixabay