Wintercampen liegt voll im Trend: Ab ins Schneemobil!

Wintercampen | Foto: iStock/Kosamtu
Wintercampen liegt im Trend. Wenn draußen die weiße Pracht glitzert, starten überzeugte Wintercamper die Motoren ihrer Wohnmobile. Warum immer mehr auf Thermo- statt auf Badehose schwören.

Sommer, Sonne, Sonnenschein: So macht campen richtig Spaß. Doch wie sieht’s mit dem Spaß aus, wenn vor der Tür des Wohnmobils weder Strand noch saftige grüne Wiesen, sondern eine glitzernde Schneelandschaft wartet und die Nase nicht von der Sonne, sondern von der Kälte gerötet ist?

„Wintercampen ist stark im Kommen“, sagt Campingplatzbetreiber Heimo Feiel. Sein Olachgut im Bezirk Murau ist das ganze Jahr über in Betrieb. 80 Prozent der Gäste verzeichnet er zwar im Sommer, doch die restlichen 20 lassen nichts über Wintercamping kommen – Tendenz steigend.

Winterspaß und Wettervorhersage

Wintercampen | Foto: Olachgut

Foto: Olachgut

Ganz wichtig dabei: das Wetter. „Der Wintercamper ist einer, der ganz genau aufs Wetter schaut. Ist es schön, ist er unterwegs“, weiß Heimo Feiel, dessen Platz ganz in der Nähe einiger großer Skigebiete liegt. Ist Wintersport also der Grund dafür, dass Wintercampen boomt? Nein. „Bei uns am Platz gibt es relativ viele Gäste, die einfach nur spazieren gehen. Wir haben auch viele Langläufer, Skifahrer sind eher die Minderheit.“

Aber was macht die Faszination aus, sich lieber Frostbeulen statt Sonnenbrand zu holen? Feiel sieht den Grund in den immer besser ausgestatteten Ganzjahreswägen, die die Besitzer dann auch wirklich ausnutzen wollen. „Viele probieren es einfach aus. Und von denen, die es einmal versucht haben, bleiben bestimmt zwischen 60 und 70 Prozent dabei.“

Ebenfalls ein Grund: Die tipptopp ausgestatteten Wintercampingplätze, etwa mit eigenen Ski- und Trockenräumen für nasse Kleidung. Typisch für Camping ist, dass am Platz miteinander geredet wird, die Stimmung ist familiär. Und wer einmal für Wintercamping Feuer gefangen hat, gibt seine Erlebnisse über Social-Media-Channels etc. weiter. Storytelling funktioniert bekanntlich immer.

Wintercamping beginnt im Kopf

Den typischen Wintercamper gibt es aber nicht. Bei frostigen Temperaturen tummeln sich Familien mit Kindern oder Babys genauso am Platz wie Paare oder Einzelcamper jeden Alters – ein bunt gemischtes Publikum wie im Sommer. Ist denn die Kälte gar kein Problem? „Wenn du im Winter ein Zimmer buchst und vors Hotel hinausgehst, ist es auch kalt“, lacht Feiel.

Wo er recht hat … Wintercamping ist also vor allem Einstellungssache! Man sollte sich innerlich darauf vorbereiten – dann macht es Spaß. „Ich muss mir darüber bewusst sein, dass ich mir etwas anziehen muss, wenn ich rausgehe. Man kann halt nicht mit der Strickjacke zum Duschen gehen.“ Kuschelig ist’s dagegen im Wohnwagen bei gut 25 Grad – bei einer heißen Tasse Tee mit Blick auf das verschneite Land kommt Winterromantik auf, wie man sie sonst wohl kaum erlebt.

 

ANJA FUCHS

Beitragsbild: iStock/Kosamtu